Mao und Mehr

So, jetzt habe ich also auch die Mitte vom Reich der Mitte, genauer gesagt, die Hauptstadt von China gesehen.

War schon sehr interessant. Und im großen und ganzen auch verdammt kalt.

Aber mal im Einzelnen:

Chinesische Mauer:

Hier habe ich meinen ersten Tag verbracht. Und zwar am Teilstück von Badaling. Es ist schon ein sehr beeindruckendes Bauwerk, was sich hier über die Grate der Berge schlängelt.
Hier habe ich auch meine ersten Frosterfahrungen seit langer Zeit gemacht. Es hatte nämlich so ca. minus acht grad und eine Brise, dass es mich das ein oder andere Mal doch beinahe von der Mauer geschubst hätte. Etwas nervig waren mal wieder die typischen Souvenirverkäufer, die den Weg auf der Mauer gesäumt haben und einem dann schon mal ein T-Shirt für 10 RMB, also ! EUR verkaufen wollen. Aber den Eindruck dieses Bauwerks hats nicht gestört.

Verbotene Stadt:

Nördlich vom Tiananmen (Tor des himmlischen Friedens) liegt die verbotene Stadt, die damals den Kaisern als Residenz diente und deswegen auch Kaiserpalast genannt wird. So, Geschichtsunterricht vorbei.
Zunächst passiert man erstmal ein 6 x 4 Meter großes Mao-Portrait. Dann zahlt man lächerliche 2 EUR Eintritt und kann sich frei in der Anlage bewegen. Und diese ist ebenfalls sehr beeindruckend. Groß, besser gesagt riesig, kunstvoll ausgestattet.
Die Anlage ist so groß, dass ich trotz regen Besucherandrangs teilweise komplett alleine auf einem riesen Platz stand.
Zum Abschluss habe ich mir dann ein Käffchen beim Starbucks [sic!] in der verbotenen Stadt gegönnt, hahaha.

Tiananmen-Platz:

Auf der anderen Seite der Hauptstrasse befindet sich der Tiananmen-Platz, welcher von der großen Halle des Volkes, des Mao-Mausoleums und eines Museums der chinesischen Geschichte begrenzt wird.
Es ist ein verdammt großer Platz. Und wie es großen Plätzen so oft beliebt, ist auch dieser sehr zugig. Wenn man dann mitten auf dem Platz steht, dann muss man erst einmal verstehen, dass hier Geschichte geschrieben wurde, als friedliche Studenten 1989 von der chinesischen Armee niedergemetzelt wurden.

Hutongs:

Mit hutong bezeichnet man die ürsprünglichen Wohngegenden der Pekinger Bevölkerung. Als Europäer würde man auch Slums sagen. Trotz alledem sind die Menschen anscheinend zufrieden mit ihren Hütten ohne Wasseranschluss. Wenn man da durchläuft wird man permanent angegrinst.

Tempel des himmels:

Eine weitere riesige Tempelanlage in der zu Kaiserzeiten dem Himmel geopfert wurde (daher auch der Name). Leider wurde das Hauptopfergebäude gerade renoviert, sodaß ich mir dieses nicht ansehen konnte. Dafür habe ich jedoch den Opferaltar und ein paar kleinere weniger wichtige Gebäude gesehen.

Mao-Mausoleum:

Hier im Mao-Mausoleum liegt, wie der Name schon vermuten lässt, der große Vorsitzende der Partei, Mao himself. Der Eintritt ist frei und entsprechend viele nehmen die Gelegenheit wahr, einen Blick auf den alten Mann zu erhaschen. Da das ganze von der Armee organisiert wird (in Viererreihen aufstellen) gehts trotzdem sehr schnell. Wenn mann das Gebäude betritt findet man erstmal eine ziemlich große Statue vom guiten Mao. Viele Chinesen legen hier Blumen nieder und verbeugen sich Gebetsmühlenartig. Schon etwas seltsam. Dann wird man weitergeschleust zum Höhepunkt der Ausstellung. Unter Glas liegt er nun (wahrscheinlich wegen der unangenehmen Ausdünstungen) und man kann einige kurze Blicke auf ihn werfen. Fotografieren ist leider verboten. Wenn man dann raus aus dem Gebäude ist, schliessen sich erstmal die obligatorischen Souvernierstände an.

Essen:
Hotpot:

Eines der traditionellen Pekinger Gerichte. Ähnlich wie beim Fondue hat man ein Gerät mitten auf dem Tisch, mit dem Wasser aufgeheizt wird in dem man dann sein Zeug garen kann. Hier gabs jetzt Rand und Lammfleisch, Pilze und Gemüse. Als Beilage hatten wir Rindermagen. Ist gar nicht so schlimm.

Peking-Ente:

Das kulinarische Highlight der letzten Monate. Der och kommt mitsamt Ente auf so einem Wägelchen an den Tisch. Dann wird erstmal der knusprigste Teil der Haut serviert. Sowas von lecker. Anschliessen wird der Rest der Ente in kleine mundgerechte Stücke geschnitten. Die Essensprozedur ist dann folgende:
Man nimmt einen Pfannkuchen. Anschliessend greift man mit seinen Stäbchen ein Stück Ente, tunkt es in Soße und bestreicht damit den Pfannkuchen bevor man die Ente ebenfalls genau dort drapiert. Das ganz wird dann mit etwas Frühlingszwiebel verfeinert und anschliessend eingerollt. Jetzt darf man die Hände benutzen und dieses wundervolle Mahl geniessen. Nach dem Essen bekommt man auch ein Zertifikat, welches aussagt, die wievielte Ente man hatte, seit das Restaurant 1864 eröffnet wurde.

Insgesamt war Peking auf jeden Fall eine Reise wert. Fotos gibts in der Bildergalerie.
Hoast (Gast) - 2005/12/12 21:18

Endlich mal Kultur

Hab schon gedacht, dass es in China nur Hochhäuser gibt...
Die Bilder, die Du da geschossen hast sind ja mal beeindruckend. Sowas muss man mal selber gesehen haben denke ich.
Wünsch Dir noch ne jute restliche Zeit dahinten.

Schönen Gruß ausm grauen verregneten D-Town

PapaSchlumpf (Gast) - 2005/12/13 01:00

Q Mann Touris

Also was soll ich sagen....
-8 Grad und steife Brise und du in Jeans Jacke?????
Da soll sich noch einmal einer über Touris beschweren :))
Nur die Harten kommen in den Garten, weiter so und wenn -10 erreicht ist bitte noch Mütze ab!!! Sonst schwitze nachher noch *lol*

Alles gute und freu dich aufs wärmere Mittelmeer....

Gruß Familie Schlumpf

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